Japan fördert seltene Erden aus der Tiefsee
Das fortgesetzte Scheitern der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA), ein verbindliches Regulierungsregime für den Abbau mineralischer Ressourcen in internationalen Gewässern zu etablieren, verdeutlicht die bestehenden Defizite in der globalen Tiefsee-Governance. Vor diesem Hintergrund gewinnt die jüngste Tiefseebohrung Japans besondere politische und rechtliche Bedeutung. In nahezu sechs Kilometern Tiefe konnten erstmals Meeressedimente mit hohen Konzentrationen Seltener Erden gefördert werden – ein technologischer und strategischer Meilenstein für Japan. Die japanische Regierung unter Ministerpräsidentin Sanae Takaichi strebt damit eine rohstoffpolitische Unabhängigkeit an, um die nationale Versorgung mit kritischen Metallen für Schlüsseltechnologien der Digitalisierung, Energiewende und Elektromobilität zu sichern. Gleichzeitig ruft das Vorgehen erhebliche ökologische und völkerrechtliche Bedenken hervor. Angesichts der potenziellen Schäden an weitgehend unerforschten Tiefseeökosystemen fordern zahlreiche Staaten, NGOs und Wissenschaftler ein Moratorium für den industriellen Tiefseebergbau. In einem geopolitisch zunehmend konkurrierenden Umfeld gilt der japanische Vorstoß somit als Präzedenzfall für die zukünftige Ausgestaltung eines nachhaltigen und rechtsverbindlichen Rahmens zur Nutzung mariner Ressourcen.
https://www.deutschlandfunk.de/japan-erprobt-abbau-seltener-erden-in-der-tiefsee-100.html
https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-02/seltene-erden-metalle-schlamm-tiefsee-bergbau-japan-china




Nico Marin / Ocean Image Bank