Die maritime Wirtschaft in Zeiten geopolitischer Verwerfungen

Tiefseebergbau als Beispiel für sich zuspitzende Konkurrenzen – Podiumsdiskussion in der Kunsthalle Emden

                                                                                                                         

am Dienstag | 28.04.2026 | von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr 

Hinter dem Rahmen 13, 26721 Emden

Wir möchten mit dieser Podiumsdiskussion die Gelegenheit nutzen und am Beispiel des Tiefseebergbaus die Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Umbrüche auf die maritime Wirtschaft und die deutsche Meerespolitik diskutieren. Geopolitische Spannungen und Kriege, Unterbrechungen von Lieferketten, Klimafolgen, Schattenflotten und verfestigte Ungerechtigkeiten im Nord-Süd-Verhältnis verschieben unserer Erachtens nach das bekannte Koordinatensystem und erfordern eine Neubestimmung internationaler Meerespolitik.

Vor diesem Hintergrund wollen wir die aktuellen Entwicklungen im Tiefseebergbau in den Fokus unseres Podiumsgesprächs stellen. Die USA agieren hier mittlerweile in Konkurrenz mit der Internationalen Meeresbodenbehörde der UN. Dieses nationalstaatliche Vorgehen und die Kooperation der USA mit dem Unternehmen „The Metals Company“ gefährdet aus Sicht verschiedener der beteiligten Akteure den Prozess auf Basis des UN-Seerechtes. Damit ist der Tiefseebergbau eines der Felder, in dem sich die überaus problematischen Folgen der geopolitischen Entwicklungen für die maritime Wirtschaft zeigen. Neben diesen Verschiebungen in den politischen Rahmenbedingungen werden auch andere relevante Entwicklungen im Tiefseebergbau thematisiert, welche letztlich ein Gesamtbild der derzeitigen Situation nachzeichnen sollen. An dieser Stelle sollen deshalb unter anderem das Forschungsprojekt Deep Sea Sampling und das Testvorhaben der Firma Impossible Metals vorgestellt werden, die der Erprobung neuer Technologien im Tiefseebergbau dienen und von der Bundesregierung unterstützt werden. Ebenfalls sollen die zunehmenden Aktivitäten in Ausschließlichen Wirtschaftszonen – wie vor Japan, Norwegen oder Papua-Neuguinea – sowie die möglichen entwicklungspolitischen Konsequenzen dieses neuen Industriezweigs angesprochen werden.
Nicht zuletzt stellen sich hier angesichts der geopolitischen Spannungen Fragen grundsätzlicher Art, die derzeit in unterschiedlichsten Zusammenhängen die öffentlichen Debatten prägen und wir mit Blick auf die maritime Wirtschaft und den Tiefseebergbau auch an diesem Abend aufgreifen möchten. So zum Beispiel, ob sich ein Festhalten deutscher Politik an den Vorgaben des Völkerrechts und den Zielen der Agenda 2030 nicht am Ende als Vorteil erweisen kann, der sich auf längere Sicht auszahlen wird? Oder, geraten das UN-Seerecht und umweltpolitische Zielsetzungen angesichts geopolitischer Konflikte ins Hintertreffen und erscheinen letztlich als nicht mehr durchsetzbar? Unterminiert eine Orientierung meerespolitischer Themen an der Geo- und Sicherheitspolitik nicht ganz grundsätzlich die für internationale Prozesse notwendige Kooperationsbereitschaft?

Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion mit dem Publikum und unseren Podiumsgästen.


Programm:
19:00 Uhr

Begrüßung und Einführung

Kai Kaschinski (Fair Oceans) und Johanna Zschornack (Bremer entwicklungspolitisches Netzwerk)
19:15 Uhr

Podium

Prof. Dr. Uwe Jenisch (Walther Schücking Institut für Internationales Recht an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)
Prof. Dr. Martin Sobczyk (TU Bergakademie Freiberg, Forschungsprojekt Deep Sea Sampling)
Dr. Klaas Meyn (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe)
Kai Kaschinski (Fair Oceans)
20:30 Uhr
Nachfragen und Beiträge aller Gäste
21:00 Uhr
Abschluss der Podiumsdiskussion

Gäste sind ab 18:45 Uhr herzlich willkommen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist für Sie kostenfrei.

Tiefseebergbau fair oceans Infoflyer


Eine Anmeldungen ist nicht notwendig, dennoch freuen wir uns über Ihre Rückmeldung unter:

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Die Veranstaltung wird
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