Ausstellung von Fair Oceans: Die Ozeane in der Klimakrise – Globale Auswirkungen des marinen Klimawandels auf Mensch und Meer

Momentan ist unsere Ausstellung noch bis 01.05.22 im „Meldorfer Dom“ zu sehen:

Die regulären Öffnungszeiten des Doms, Nordermarkt 1, Meldorf sind:

Montag – Freitag 10:00 – 12:00 Uhr und 14:00 – 16.30 Uhr
Samstag 10:00 – 12:00 Uhr
Sonntag 14:00 – 17:00 Uhr

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Einführung in die Ausstellung

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ozeane sind gravierend und bereits heute überall zu beobachten. Während sich die Weltmeere stetig weiter erwärmen und durch die CO2-Aufnahme immer mehr versauern, weiten sich sauerstoffarme Tote Zonen aus und Korallen sterben ab. Durch den Anstieg des Meeresspiegels werden die Strände von Tag zu Tag schmaler. Ganze Landstriche sind von Überflutungen bedroht, Küstengemeinden verlieren ihre Existenzgrundlagen und die Veränderungen im ökologischen Gefüge der Meereswelt schaffen Verunsicherung. Hinzu kommt, dass Wechselwirkungen mit anderen Belastungen und der zunehmenden Industrialisierung der Ozeanen viele Problematiken noch einmal deutlich verstärken können.

Die daraus erwachsenden sozialen und ökologischen Konsequenzen stehen letztlich in enger Beziehung zueinander. Doch wirken sich die marinen Klimafolgen global sehr unterschiedlich aus. Entlang des Äquators sind die negativen Effekte oftmals stärker ausgeprägt als in den Küstenregionen des globalen Nordens.

Die Küstengemeinden im Globalen Süden, wie der kleinen pazifischen Inselstaaten, sind so am härtesten von den marinen Klimafolgen betroffen. Zudem sind sie in hohem Maße abhängig von einem intakten Ökosystem Meer verfügen jedoch gleichzeitig nur über wenige finanzielle Ressourcen für notwendige Anpassungen. Es mangelt an Klimagerechtigkeit. Der globale Süden muss die im Norden verursachten Folgen der Klimakrise tragen. Ein Ausgleich für die entstehenden Schäden und Verluste durch die Verursacher sollte an sich eine Selbstverständlichkeit sein.

Diese Ausstellung soll dazu beitragen, dass sich die Klimapolitik stärker auf die Ozeane konzentriert und die weitreichenden Folgen, die mit dem marinen Klimawandel einhergehen, konsequent in ihren Vorhaben zum Klimaschutz berücksichtigt. Eine wirklich weltumspannende Perspektive, Klimagerechtigkeit und Solidarität mit den Ländern des globalen Südens sind in diesem Zusammenhang für uns

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Hintergrund :

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ozeane sind gravierend und werden unser Verhältnis zum Meer grundlegend verändern. Nicht nur die Vielzahl der Szenarien und ihrer negativen Prognosen für unsere Zukunft sind höchst beunruhigend, schon heute sind die Veränderungen überall zu beobachten. Während sich die Weltmeere stetig weiter erwärmen, weiten sich die Toten Zonen mit einem Mangel an Sauerstoff aus, Korallenriffe sterben ab und Fische suchen sich neue Verbreitungsgebiete. Mit dem Meeresspiegelanstieg dringen die Fluten immer weiter aufs Land vor, erodieren die Küsten und die Strände werden schmaler. Seit Jahren belegen die Meereswissenschaften mit ihren Messungen diesen weltumspannenden Wandel. Der Weltklimarat bewertete diese Dynamik 2019 in seinem Sonderbericht über den Ozean und die Kryosphäre als »einen Übergang zu noch nie da gewesenen Bedingungen«.

Die Ozeane speichern um die 90 Prozent der durch den Klimawandel zusätzlich erzeugten Wärmeenergie und nehmen 23 Prozent der jährlich vom Menschen erzeugten Kohlendioxid-Emissionen auf. Diese globale Speicherfunktion der Ozeane löst eine wahre Kaskade von marinen Klimafolgen aus. Die daraus erwachsenden sozialen und ökologischen Risiken stehen in enger Beziehung zueinander und werden verstärkt durch die kumulativen Wechselwirkungen mit anderen Belastungen der Meereswelt. Die Ausweitung der sauerstoffarmen Toten Zonen resultiert nicht nur aus der Erwärmung und der Sauerstoffabnahme in den Meeren, sondern ebenso aus der überhöhten künstlichen Nährstoffzufuhr von Land.

Weltweit werden die Küstenbevölkerungen bereits in Mitleidenschaft gezogen. Keineswegs wirken sich die Klimafolgen aber global gleich aus. Entlang des Äquators sind viele der negativen Effekte des marinen Klimawandels stärker ausgeprägt als in den Meeresgebieten des globalen Nordens – zum Beispiel im Bereich der Fischerei. Den größten Druck übt der marine Klimawandel so zunächst auf die Ernährungssicherheit und immer größere Teile des Küstenraums im globalen Süden aus, dessen Ökosysteme und Siedlungsflächen durch Meeresspiegelanstieg, Fluten und Stürme bedroht sind. Am Ende sind es damit die Küstengemeinden der Entwicklungsländer, welche am abhängigsten von intakten Ozeanen sind und über den geringsten ökonomischen Spielraum verfügen, die die Klimafolgen am härtesten treffen werden.

Die Meerespolitik allein kann die dramatischen Folgen des Klimawandels für die Ozeane und Meere nicht eindämmen. Nur eine Festlegung auf das 1,5-Grad-Ziel im Klimaschutz, die zügige Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und eine umfassende Reduzierung des Ausstoßes von Klimagasen innerhalb der nächsten Jahre könnte die schlimmsten Auswirkungen vielleicht verhindern.

Andererseits sind die Ozeane weit mehr als nur ein bloßer Speicher für Wärme und Kohlendioxid. Sie sind ein zentraler Bestandteil des gesamten Klimageschehens und der Erhalt ihrer Pufferfunktionen ist von immenser Bedeutung für den weiteren Verlauf des Klimawandels. In diesem Sinne darf der marine Klimaschutz keinesfalls als Anhängsel der bisherigen Klimapolitik und des Meeresschutzes betrachtet werden. Trotz der  dominanten Rolle, die die Kohlenstoffwirtschaft an Land spielt, kann und muss die Meerespolitik einen eigenen maritimen Beitrag zum Klimaschutz leisten, welcher in die Gesamtstrategie der Klimapolitik zu integrieren ist.

Angesichts ihrer zunehmenden industriellen Nutzung sind die Ozeane selbst zu einem Ort der Produktion von Klimagasen und fossilen Energieträgern geworden. Abhängig vom Ölpreis wird inzwischen mehr als ein Viertel der Weltölproduktion offshore erzeugt und der CO2-Ausstoß der Schifffahrt hat den Umfang der deutschen Klimagasemissionen erreicht. Hinzukommt, dass durch die großflächige Umstrukturierung der Küstenregionen und die Industrialisierung der Meere, das natürliche Potential zur Kohlenstoffspeicherung in den Ozeanen und Küstenökosystemen tendenziell abnimmt.

Des Weiteren benötigt die Meerespolitik spezielle Anpassungsstrategien an die Klimakrise, die die erforderlichen Maßnahmen auf die Situation entlang der Küsten zuschneiden. Ganze Küstenökosysteme beginnen im Meer zu versinken und das Meeresleben erfährt durch den Klimawandel weltweit eine außerordentliche Belastung. Viele Millionen Menschen vor allem im globalen Süden erleben diese Veränderungen bereits und sind mit dem drohenden Verlust ihrer Nahrungsquellen und Siedlungsflächen konfrontiert. Hier sind Ansätze gefragt, die Umwelt- und Entwicklung zusammendenken und die Anpassung gerecht und nachhaltig gestalten.

Materialien, Platzbedarf:

Die 11 Säulen der Ausstellung bestehen aus festem Wellkarton, sind jeweils 210 cm hoch und 70 cm breit und werden ergänzt von

– einem (Stoff-)  Banner mit dem Titel der Ausstellung

– zwei weitere themenspezifischen Postern (ebenfalls als Banner)

– zwei  themenspezifischen Filmen von Fair Oceans (optional)

– einem Prospektständer mit Publikationen zu den Themen der Ausstellung

Es werden mindestens 90 qm Boden – und mindestens etwa 10 qm Wandfläche benötigt

Transport der Ausstellung:

Die Ausstellung ist für Sie  kostenfrei und wird von Fair Oceans zu Ihnen gebracht und auch wieder abgeholt.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte per E-Mail an: contact@fair-oceans.info