Weltmeere zwischen Umwelt und Entwicklung

25 Jahre Seerecht zwischen wachsenden Schutz- und Nutzungsansprüchen

Brot für die Welt, Fair Oceans und Forum Umwelt und Entwicklung
laden ein
Konferenz zum Welttag der Ozeane 2019 der Vereinten Nationen
Freitag, 07. Juni 2019 – 09:30 bis 16:00 Uhr
in der Landesvertretung Bremen in Berlin – Hiroshimastraße 24, 10785 Berlin

Im Jahr 2019 feiert das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen sein 25-jähriges Bestehen. Die Ozeane und Meere haben seit Mitte der 90er Jahre einen deutlichen Bedeutungszuwachs erfahren und die Nutzungsinteressen wie auch die Belastungen der Weltmeere wachsen beständig. Damit steigt die Notwendigkeit, politische Lösungen für die damit einhergehenden Konflikte zu finden und die Eingriffe des Menschen in die marinen Ökosysteme sinnvoll zu lenken. Das Seerechtsübereinkommen ist eine zentrale Grundlage für alle internationalen Prozesse der Meerespolitik.

Wie gravierend die Auswirkungen der immer intensiveren Nutzung der Meereswelt sind, zeigt sich an der Überfischung, dem Plastikmüll an den Stränden oder auch dem steigenden Meeresspiegel. An den Küsten entstehen mehr und mehr Tourismuszentren und Hafenanlagen werden ausgebaut. In der Tiefsee wird gefischt und nach Öl gebohrt, während gleichzeitig die Planungen zum Tiefseebergbau am Meeresboden voranschreiten. Viele Bereiche der maritimen Wirtschaft wachsen und die Meeresnutzung industrialisiert sich dabei zunehmend. Zusätzliches Blaues Wachstum soll erzeugt werden, das wirtschaftlichen Wohlstand bringt und zudem noch globale Probleme wie die Energie- und Rohstoffversorgung löst. Trotz aller Anstrengungen und Initiativen zum Meeresschutz erhöhen sich dadurch jedoch zugleich auch die Belastungen der Meere.

Die Konkurrenz um die marinen Ressourcenvorkommen mündet immer wieder in der Verdrängung lokaler Küstengemeinden und im Verlust traditioneller Nutzungsrechte. Niemand ist stärker auf intakte Küstenökosysteme angewiesen als die armen Küstenkommunen im globalen Süden, die zur Sicherung ihres Lebensunterhalts die marinen Ressourcen benötigen. Die Bekämpfung von Hunger und Armut braucht eine meerespolitische Strategie. Gerade diese entwicklungspolitische Dimension gerät aber zu oft aus dem Blickfeld.

Um das Verhältnis von Umwelt und Entwicklung, die Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen sowie die deutsche Meerespolitik öffentlich zu erörtern, laden Brot für die Welt, Fair Oceans und das Forum Umwelt und Entwicklung auch in diesem Jahr am Welttag der Ozeane in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen zu einer fachübergreifenden Konferenz ein. Im Rahmen der Veranstaltung stellen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ihre Lösungsansätze für die vielfältigen Probleme der Meere vor, tauschen sich mit den Teilnehmenden aus und stellen sich der Diskussion.

Programm

09.30 Uhr

 

09.45 Uhr

Begrüßung

Eröffnung
Kai Kaschinski, Fair Oceans

10.00 Uhr Eine Bestandsaufnahme – Wie effektiv ist die internationale Meerespolitik?

Panelgespräch mit

●       Ulrike Haupt, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

●       Claudia Müller, Mitglied des Deutschen Bundestags, Bündnis 90/Die Grünen

●       Johann Saathoff, Mitglied des Deutschen Bundestags, SPD

Moderation: Kai Kaschinski, Fair Oceans
mit anschließender Diskussion

11.15 Uhr 25 Jahre Seerechtsübereinkommen – Reformbedarf angesichts neuer Herausforderungen

Panelgespräch mit

●       Ilka Wagner, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

●       Sebastian Unger, Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung

●       Thilo Maack, Greenpeace

●       Kai Kaschinski, Fair Oceans

Moderation: Marie-Luise Abshagen, Forum Umwelt und Entwicklung
mit anschließender Diskussion

 

12.30 Uhr

 

Mittagspause

 

13.30 Uhr Der Tiefseebergbau kurz vor seiner Realisierung – Die Verhandlungen zum Regelwerk für den Abbau der Ressourcen am Meeresboden

Panelgespräch mit

●       Dr. Carsten Rühlemann, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

●       Prof. Dr. Uwe Jenisch, DeepSea Mining Alliance

●       Marie-Luise Abshagen, Forum Umwelt und Entwicklung

●       Jan Pingel, Ozeanien Dialog

Moderation: Klaus Schilder, MISEREOR (angefragt)
mit anschließender Diskussion

14.45 Uhr Die Kleinfischerei in Bedrängnis- Initiativen zum Schutz der handwerklichen Fischerei und Ernährungssicherheit
Panelgespräch mit

●       Dr. Werner Ekau, Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung

●       Carsten Pedersen, Transnational Institute

●       Francisco Mari, Brot für die Welt

Moderation: Jürgen Maier, Forum Umwelt und Entwicklung
mit anschließender Diskussion

16.00 Uhr Verabschiedung
Jürgen Maier, Forum Umwelt und Entwicklung

Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung per E-Mail bis 31. Mai 2019 wird gebeten unter: christiane.foellinger@fair-oceans.info

Unterstützt wird die Konferenz von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen. Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des BMZ.