Nauru und Deep Green treiben die Verhandlungen bei der Meeresbodenbehörde über die internationalen Regeln zum Tiefseebergbau voran. Während über 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler öffentlich ein Moratorium fordern hat der pazifische Inselstaat Nauru einen offiziellen Antrag bei der Behörde auf Jamaika gestellt. Der Antrag könnte die Verhandlungen über die Bedingungen unter denen der Abbau von Mineralien in der Tiefsee stattfinden zeitlich begrenzen und den Start der ersten Förderprojekte in zwei Jahren ermöglichen.

Dieses Vorgehen verhindert ein besonnenes Vorgehen bei der Abwägung der offenen Fragen im Verhandlungsprozess bei der Internationalen Meeresbodenbehörde. Gerade umwelt- und entwicklungspolitischen Anliegen wird es so erschwert, ausreichend Gehör zu finden. Presseagenturen haben vermehrt über die fragwürdigen Rechtfertigungen des Tiefseebergbaus durch Deep Green berichtet, dem derzeit weltweit wahrscheinlich bekanntesten Unternehmen, das vom maritimen Bergbau profitieren will. Deep Green und Nauru sind in Sachen Tiefseebergbau Geschäftspartner. Deep Green plant in den nächsten Wochen seinen Börsengang und verschafft sich dafür mit dem Antrag seines Partnerstaates Nauru möglicherweise bessere Startbedingungen. Deep Green behauptet seine Geschäftsinteressen im Tiefseebergbau seien am Umwelt- und Klimaschutz orientiert. Die Geschäftspraxis von Deep Green und Nauru bei der Meeresbodenbehörde sowie das enorme Zerstörungspotential des Tiefseebergbaus lassen diese Behauptungen als blosses Greenwashing erscheinen.

https://isa.org.jm/news/nauru-requests-president-isa-council-complete-adoption-rules-regulations-and-procedures

https://www.theguardian.com/world/2021/jun/23/minings-new-frontier-pacific-nations-caught-in-the-rush-for-deep-sea-riches

https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-06-24/a-mining-startup-s-rush-for-underwater-metals-comes-with-deep-risks

https://www.wsj.com/articles/environmental-investing-frenzy-stretches-meaning-of-green-11624554045?tesla=y

Moratorium zum Tiefseebergbau