Die neue Studie von Peter Haugan, Lisa Levin, u.a. mit dem Titel „What Role for Ocean-Based Renewable Energy and Deep-Seabed Minerals in a Sustainable Future?“ hinterfragt den geplanten Abbau von mineralischen Ressourcen am Tiefseeboden mit seinen weitreichenden Folgen für die Meereswelt.

Hierin wird dargelegt, dass eine klimabedingt notwendige nachhaltige Nutzung alternativer Energieträger unter Einbeziehung innovativer Technologien die Erschließung weiterer, neuer Rohstoffvorkommen in den Ozeanen überflüssig machen kann.

Zu der Schlussfolgerung, dass eine Umstellung auf erneuerbare Energien und die Bereitstellung der dafür benötigten mineralischen Ressourcen zu 100 Prozent ohne Tiefseebergbau erfolgen kann, kamen auch Sven Teske u.a. in der Studie „Renewable Energy and Deep-Sea Mining: Supply, Demand and Scenarios“ aus 2016.

Beide Studien stehen damit im Widerspruch zu den Veröffentlichungen  von Deep Green „Where should Metals for the Green Transition come from?“ von April diesen Jahres und zuvor von Nautilus Minerals „Environmental and Social Benchmarking Analysis of Nautilus Minerals Inc. Solwara 1 Project“  aus 2015, die den Tiefseeboden als Quelle mineralischer Ressourcen als alternativlos zur Deckung des wachsenden Metallbedarfs für Zukunftstechnologien wie E-Mobilität darstellen. In diesem Sinne wird der Tiefseebergbau heute von vielen Befürwort*innen als eine Maßnahme zum Klimaschutz beworben. Diese Argumentation spielt in den kontroversen Debatten eine zentrale Rolle, da sie die mit dem Tiefseebergbau einhergehende Zerstörung der Habitate am Meeresboden rechtfertigen soll.

Fair Oceans beleuchtet in der Broschüre „Untiefen“ (2019) die umwelt- und rohstoffpolitischen Gefahren des Tiefseebergbaus aus entwicklungspolitischer Sicht und wirft darin Fragen auf, die die Diskussion um wichtige Aspekte ergänzt.