Küstenzonen

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An unseren Küsten, wo Meer und Land aufeinandertreffen, lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. 2/3 der Megacities befinden sich hier. Die Menschen, die an den Küsten leben, müssen sich dabei auf wachsende Bedrohungen ihres Lebensraumes durch Naturkatastrophen, Meeresspiegelanstieg, Übernutzung, Erosion und der Vernichtung natürlicher Schutzzonen (z.B. Mangrovenwälder) einstellen. Mehr als die Hälfte der Küstenökosysteme werden entweder übernutzt oder sind bereits zerstört. Erwartungsgemäß sind intakte Küstenökosysteme in solchen Regionen am wichtigsten, in denen die Menschen Küsten und Meere als natürliche Ressource und Nahrungsquelle nutzen. Häufig sind dies Regionen größerer Armut. Diese Küstengemeinden brauchen eine alternative Entwicklungsperspektive.

Meerespolitik muss so gestaltet sein, dass sie den Küstengemeinden lokal angepasste Strategien nachhaltiger Entwicklung eröffnet, die sowohl auf einer Mitbestimmung bei den maritimen Erschließungsprogrammen als auch auf der Teilhabe an den Einkünften aus der Raum- und Ressourcennutzung beruhen. Entwicklungspolitische Programme müssen deshalb ein besonderes Augenmerk auf die Bedürfnisse der Küstengemeinden legen.

Statt klassische Wachstumsmodelle zu verfolgen, sollte eine nachhaltige „Blaue Ökonomie“ die planetaren ökologischen Grenzen anerkennen, die Artenvielfalt und die Küstenökosysteme schützen und Techniken mittlerer Technologie bevorzugen, die ressourcenschonend arbeiten, sich an Modellen der Kreislaufwirtschaft orientieren und zugleich eine regionale ökonomische Entwicklung im globalen Süden voranbringen. Dabei muss sichergestellt werden, dass Meeresschutzmaßnahmen nicht die Bekämpfung von Hunger und Armut gefährden und das Küstenzonenmanagement dennoch alle kumulativen Effekte der unterschiedlichen anthropogenen Nutzungen beim Aufbau und Betrieb von maritimen Projekten beachtet. Weder alte noch neu geplante Nutzungsformen dürfen im Widerspruch zum Meeresschutz stehen

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