Katastrophen

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Auf 2 Prozent der Landfläche, der Low-Elevation Coastal Zone [LECZ], leben über 600 Millionen Menschen weniger als 10 Meter über dem Meeresspiegel. Zweidrittel der Weltstädte mit mehr als 5 Millionen Bewohnern liegen dort. Bei einem Meeresspiegelanstieg von einem halben Meter würden rund eine Million Quadratkilometer überflutet werden. Besonders gefährdet sind die Small Island Developing States [SIDS] aufgrund ihrer sozialökonomischen Situation und ihrer exponierten Küstenlage. Die SIDS sind dadurch nicht nur durch den Meeresspiegelanstieg gefährdet, sondern auch durch Naturkatastrophen wie Stürme, Fluten und Tsunamis. Unter den 10 Staaten mit der größten Anzahl von Naturkatastrophen zwischen 1970 und 2010 befinden sich 6 SIDS.

Das Sekretariat der UN für die Internationale Strategie zur Katastrophenvorsorge weist darauf hin, dass Küstenökosysteme wie Mangroven, Marschland, Korallenriffe und Seegras natürliche Schutzbarrieren darstellen und die Auswirkungen von extremen Naturereignissen wie etwa Sturmfluten vermindern. Die durchschnittlichen Todeszahlen infolge von Katastrophen waren zwischen 1992 und 2012 in Entwicklungsländern fünfmal höher als in Industriestaaten. Untersuchungen zeigen, dass die Sterblichkeitsraten bei Katastrophenereignissen und das Ausmaß ihrer Auswirkungen vom Wohlstand der betroffenen Nationen abhängig sind. Am härtesten sind im Allgemeinen Frauen und Kinder von Katastrophen und deren Auswirkungen betroffen.

Der Bedrohung durch marine Naturkatastrophen muss kooperativ und solidarisch begegnet werden. Risikoanalysen und Katastrophenschutzmaßnahmen müssen international koordiniert und finanziert werden. Inselstaaten und Entwicklungsländer müssen bei ihren Anstrengungen zum Meeres- und Küstenschutz wie bei der Abmilderung der damit einhergehenden sozialen Auswirkungen, wie Migrationsbewegungen, dem Verlust landwirtschaftlicher Flächen, Umsiedelungen oder dem Bau von Schutzanlagen, von der Weltgemeinschaft unterstützt werden. Hierfür ist bis 2020 ein internationaler Fonds einzurichten, der den Aufbau von Frühwarnsystemen und den Küstenschutz effektiv unterstützt. Angesetzt werden muss im Küstenschutz vorrangig allerdings bei der Regeneration der natürlichen Küstenökosysteme.

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