Berlin
Die Ozeane – Rohstoffquelle der Zukunft?
Tiefseebergbau zwischen Wirtschaftswachstum, Meeresschutz und Entwicklungspolitik
Brot für die Welt, Fair Oceans und das Forum Umwelt und Entwicklung laden ein zur Podiumsdiskussion am
25. September 2018, 18.00-21.00 Uhr
Brot für die Welt, Caroline-Michaelis-Straße 1, 10115 Berlin

Laut Prognosen wird der Bedarf an mineralischen Rohstoffen mit der Einführung von Industrie 4.0 zunehmen.
Ebenso soll sich die Konkurrenz um die Rohstoff-vorkommen weiter verschärfen. Eine Rohstoffpolitik, die auf Sparsamkeit und Wieder-verwendung setzt, ist nicht in Sicht. Dafür sehen viele Akteure in den Rohstoffen der Tiefsee eine Lösung. Der Tiefseebergbau soll zu einer neuen Schlüsselindustrie zur Sicherung der zukünftigen Rohstoffversorgung werden. Auch die Bundesregierung hat zu diesem Zweck in den letzten Jahren zwei Lizenzgebiete im indischen und pazifischen Ozean erworben.
Die Technologie des Tiefseebergbaus ist aber bisher unerprobt und das Verständnis von der Ökologie der Tiefsee ist nach wie vor begrenzt. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wird der Aufbau einer
umweltfreundlichen Tiefseebergbauindustrie als Ziel definiert. Ob eine vorsorgende Umweltpolitik im Kontext des Tiefseeberg-baus grundsätzlich möglich ist, bleibt allerdings eine der umstrittenen Fragen.
Ohne internationale Regelungen abzuwarten will sich das kanadische Unternehmen Nautilus Minerals eine führende Stellung bei der Einführung des neuen Industrie-sektors sichern. Bereits 2019 plant das Unternehmen in den Gewässern der Bismarcksee vor Papua-Neuguinea das weltweit erste kommerzielle Tiefseebergbau- Projekt mit dem Namen Solwara 1 zu starten. Vor Ort hat das zu breiten Protesten in den betroffenen Küstengemeinden geführt, an denen auch die Kirchen beteiligt sind. Negative Auswirkungen auf die Küstenökosysteme und die für die Ernährungssicherheit unverzichtbaren Fischbestände werden befürchtet.
Brot für die Welt, Fair Oceans und das Forum Umwelt und Entwicklung laden zu einer öffentlichen Diskussion über den Tiefseebergbau und zur Vorstellung der Studie „Eine Grenzüberschreitung ‒ Die entwicklungs- und meerespolitischen Gefahren des Tiefseebergbaus in Papua-Neuguinea“ ein.
Gesprächspartner- und Gesprächspartnerinnen aus dem Pazifik und Deutschland werden auf der Veranstaltung die unterschiedlichen Facetten des Tiefseebergbaus diskutieren und die Situation in Papua-Neuguinea beleuchten.

Ab 18.00 Uhr Einlass, Empfang
18.30 Uhr Begrüßung
Dr. Klaus Seitz – Brot für die Welt (Leiter der Abteilung Politik)
18:35 Uhr Eröffnungsvorträge
Norbert Brackmann – MdB, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft
Exploration und deren Voraussetzung für die wirtschaftliche Nutzung der Tiefsee
Prof. Dr. Andrea Koschinsky – Professorin für Geowissenschaften an der Jacobs University Bremen
Tiefseebergbau, ökologische Fragen und Probleme vorausschauender Umweltprognosen
19:15 Uhr Christina Tony – Kampagnenkoordinatorin der Bismarck Ramu Group, Madang/ Papua-Neuguinea
Präsentation der Studie „Eine Grenzüberschreitung ‒ Die entwicklungs- und meerespolitischen Gefahren des Tiefseebergbaus in Papua-Neuguinea“
19:30 Uhr Podiumsdiskussion zur Rolle der Ozeane im Kontext der Rohstoffpolitik
Michael Jarowinsky – Geschäftsführer der Deep Sea Mining Alliance, Hamburg
Christina Tony – Kampagnenkoordinatorin, Papua-Neuguinea
Dr. Laura Spengler – Expertin für Umweltpolitik und umweltverträgliche Produkte beim Institut für Politik und Ökologie (Ökopol GmbH), Hamburg
Francisco Mari – Brot für die Welt, Referent Meerespolitik und Agrarhandel, Berlin
20:50 Uhr Jürgen Maier – Forum Umwelt und Entwicklung, Geschäftsführer
Erkenntnisse und Ausblick
Moderation: Dr. Christoph Spehr, Vorstandsmitglied Fair Oceans, Bremen
Im Anschluss gibt es einen kleinen Imbiss und Gelegenheit zu Begegnung und
vertiefenden Gesprächen.

Bremen
Tiefseebergbau im Pazifik – Stimmen des Widerstands
Fair Oceans möchte Sie am 02. Oktober in das Übersee-Museum zu einer Diskussionsveranstaltung über das Pro und Contra des Tiefseebergbaus einladen. Christina Tony von der Bismarck Ramu Group aus Papua-Neuguinea wird an diesem Abend die Kontroversen um das weltweit erste, in ihren nationalen Küstengewässern geplante kommerzielle Tiefseebergbau-Projekt erläutern. Aus 1.600m Tiefe soll das Fördervorhaben „Solwara 1″dort Sulfiderze aus der Bismarcksee an die Oberfläche holen. Name stellt die Perspektiven der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Bezug auf die Rohstoffsicherung durch die mineralischen Ressourcen am Meeresboden vor und schildert den deutschen und internationalen Kontext in dem die Regularien für den Tiefseebergbau derzeit abgestimmt werden. Kai Kaschinski von Fair Oceans beschreibt die Postionen zivilgesellschaftlicher Organisationen zum Tiefseebergbau und die möglichen ökologischen und entwicklungspolitischen Auswirkungen dieser neuen Industrie. Zur Sprache kommen sollen dabei auch generelle Fragen zur Ausrichtung unserer Rohstoffpolitik. Hierbei wird ein Bogen gespannt zwischen dem Tiefseebergbau
und den Konzepten zum Weltraumbergbau wie sie parallel auf dem 69. Internationalen Weltraumkongress in Bremen präsentiert werden.
Vortrags- und Diskussionsveranstaltung
am 02.10.2018 um 19:00 Uhr
im Übersee-Museum Bremen, Ausstellungsbereich Ozeanien
Bahnhofsplatz13, 28195 Bremen
In den Ozeanen lagern am Meeresgrund große Mengen wertvoller Rohstoffe. Industrie und Politik versprechen
sich davon, den zukünftigen Rohstoffbedarf für neue und alte Technologien preisgünstig zu decken. Statt auf
Recycling, Suffizienz und Nachhaltigkeit zu setzen, wird in Kauf genommen, die wenig erforschte und
einzigartige Tiefseeökologie langfristig zu schädigen. Auch wenn international derzeit ein Regelwerk zum Abbau
der Tiefseemineralien verhandelt wird, gibt es weltweit enorme Bedenken, das Risiko überhaupt einzugehen.
Ohne diese Entscheidung über Regelungen abzuwarten, will sich das kanadische Unternehmen Nautilus Minerals
im Südpazifik eine führende Stellung bei der Einführung des neuen Industriesektors sichern. Bereits 2019 plant
das Unternehmen, in den Gewässern der Bismarcksee vor Papua-Neuguinea das weltweit erste kommerzielle
Tiefseebergbau-Projekt mit dem Namen Solwara 1 zu starten. Vor Ort hat das zu breiten Protesten in den
betroffenen Küstengemeinden geführt. Negative Auswirkungen auf die Küstenökosysteme und auf die
Fischgründe, die für die Ernährung der Bevölkerung unverzichtbar sind, werden befürchtet. Im Rahmen einer
Rundreise kommen Vertreter und Vertreterinnen von Partnerorganisationen von Brot für die Welt aus dem
Pazifik nach Deutschland, um auf das Thema Tiefseebergbau und den Widerstand vor Ort aufmerksam zu
machen.
Im offenen Forum diskutieren die Gäste aus Papua-Neuguinea mit ExpertInnen aus Deutschland die
unterschiedlichen Facetten der Hintergründe und Wirkungen des Tiefseebergbaus für Industrieländer und für
die Bevölkerung in den vorgesehenen Abbaugebieten auf den Inseln des Südpazifiks.
Gespräch mit
Christina Tony, Bismarck Ramu Group, Madang/Papua-Neuguinea
Dr. Carsten Rühlemann und Dr. Ulrich Schwarz-Schampera, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover
Kai Kaschinski, Fair Oceans, Bremen
Moderation: Dr. Christoph Spehr, Fair Oceans, Bremen